Lorra Sophie, bekannt aus der deutschen Reality-Show „Too Hot to Handle“, hatte sicher nicht damit gerechnet, ihre große Liebe durch einen Gefängnisbriefwechsel zu finden. Doch genau das ist passiert – und die Geschichte ihrer Beziehung sorgt nicht nur für Schlagzeilen, sondern auch für hitzige Diskussionen.
Vom Reality-TV zur Liebe im Gefängnis
Reality-Shows dienen vielen Teilnehmern als Plattform, um Bekanntheit zu erlangen und ihre Karriere zu starten. Für die ehemalige OnlyFans-Influencerin Laura Gehrke, besser bekannt als Lorra Sophie, führte ihre Reise jedoch in eine ganz andere Richtung. Nach ihrer TV-Karriere lernte sie über die Plattform WriteAPrisoner.com Joshua Stewart kennen, einen inhaftierten US-Drogendealer. Was als Brieffreundschaft begann, entwickelte sich zu einer wahren Lovestory. Nur sechs Monate später, im Sommer dieses Jahres, gaben sie sich das Ja-Wort – mitten im Washington State Prison.
Ein digitales „Knast-Tinder“
Die unvergleichliche Beziehung begann über die Webseite WriteAPrisoner.com, eine Art „Tinder“ für Gefängnisinsassen. Während Lorra zur Weihnachtszeit 2023 wegen Visumsproblemen in Dubai festsitze, stieß sie auf die Seite. Als sie das Profil des 21-jährigen Joshua entdeckte, in dem unter anderem seine Leidenschaft für Poesie hervorgehoben wurde, beschloss sie, ihm frohe Weihnachten zu wünschen. Der Funke sprang schnell über, und aus Gedichten wurden täglich stundenlange Gespräche.
Bereits im Februar machte Joshua Lorra einen Heiratsantrag – per Telefon. Im Juni reiste sie schließlich nach Washington, um ihn zu treffen. Die Hochzeitszeremonie fand hinter Gittern statt, mit einem Mithäftling als Trauzeugen.
Die Schattenseite der Vergangenheit
Joshuas Geschichte ist von Fehlentscheidungen geprägt. Als Teenager hatte er mit Drogen gehandelt, und eine seiner Kundinnen verstarb tragischerweise an einer Überdosis. Dafür wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt. Irrtümlich wird er in manchen Berichten als Mörder bezeichnet, was vermutlich auf eine Verwechslung mit einem gleichnamigen Täter aus Texas zurückzuführen ist.
Obwohl Joshua frühestens Ende 2025 unter Auflagen entlassen werden kann, bleibt Lorra an seiner Seite. Sie verteidigt ihn gegen Vorwürfe aus den sozialen Medien und betont auf ihrem TikTok-Kanal, dass Fehler aus der Vergangenheit keinen Menschen automatisch schlecht machen würden.
Liebe in schwierigen Zeiten
Das Konzept, sich in einen Gefängnisinsassen zu verlieben, ist nicht neu. Psychologen wie Monika Egli-Alge bezeichnen dieses Phänomen als „Hybristophilie“ oder „Bonnie-und-Clyde-Syndrom“. Dabei spielen häufig die „Faszination des Bösen“ sowie das Bedürfnis, jemanden „retten“ zu wollen, eine Rolle. Gleichzeitig bietet der Austausch mit einer Brieffreundin den Gefangenen oft eine emotionale Zuflucht, die sie in ihrem sonst isolierten Umfeld nicht finden können.
Doch mit der Ehe kamen für Lorra auch unvorhergesehene Herausforderungen. Nach mehreren Besuchen im Gefängnis durfte sie Joshua aufgrund seines Verhaltens für eine Weile nicht mehr sehen. Die beiden konnten nur noch sporadisch telefonieren, während Joshua in Einzelhaft verlegt wurde. Trotz aller Hindernisse bleibt Lorra entschlossen, ihre Beziehung aufrechtzuerhalten und eine Zukunft in den USA aufzubauen.
Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit
Seit ihrer Hochzeit sorgt die Beziehung von Lorra und Joshua auf sozialen Plattformen wie TikTok für rege Diskussionen. Während einige ihre Loyalität bewundern, werfen andere ihr Leichtgläubigkeit vor. Doch Lorra nimmt die Kritik mit Humor und sieht darin sogar Unterhaltung. Durch ihre TikTok-Videos gewährt sie Einblicke in ihren Alltag und die Herausforderungen, die eine solche Beziehung mit sich bringt.
Die Geschichte von Lorra und Joshua wirft viele Fragen auf, sei es über die Natur von Liebe, die Dynamik von Beziehungen oder den Einfluss moderner Technologien auf menschliche Verbindungen. Eines ist jedoch sicher – diese Liebesgeschichte lässt niemanden kalt.



